Tuvia Bielski – ein jüdischer Partisanenkommandeur

schwedischer Schutzpass für Juden

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Tuvia Bielski wurde 1900 in Stankiewicze in der Nähe von Nowogrudok geboren. Mit 17 Jahren schloss er sich der zionistischen Bewegung an.

1928 wurde er zur polnischen Armee eingezogen und erreichte den Rang eines Korporals. 1930 heiratete er und ließ sich mit seiner Familie im Dorf Subotnik nieder.

Nach dem deutschen Überfall auf die UdSSR im Juni wurde er zur Roten Armee eingezogen, aber er floh in die Wälder und von dort weiter in seinen Geburtsort. Nachdem seine Eltern und Familienmitglieder im Ghetto Nowogrudok ermordet wurden, floh er zusammen mit seinen Brüdern in die umliegenden Wälder. Sie beschafften sich Waffen und bildeten den Kern einer 17-köpfigen Partisanengruppe.

Von dort aus schickte er Boten in die umliegenden Ghettos und forderte die Juden auf, sich ihnen anzuschließen. Hunderte Juden aus den Ghettos der umliegenden Region kamen in sein Lager. Er betrachtete die Betreuung dieser Juden als sein oberstes Ziel.

Außerdem verübte seine Gruppe Racheakte in der Region um Nowogrudok an der weißrussischen Polizei und Bauern, die Juden ermordeten oder sie an die Gestapo verrieten.

Deutsche Behörden setzten daraufhin eine Belohnung von 100.000 RM zu seiner Ergreifung aus. Mit der Bildung einer jüdischen Partisaneneinheit im Naliboki-Wald, erwarb er sich das Vertrauen der sowjetischen Partisanen. Sein Lager wurde auch als Nachschubzentrum für sowjetische Partisanen genutzt.

Im Sommer 1943 begann die Wehrmacht größere Aktionen in diesem Wald. Bielski zog sich daraufhin mit seinem Lager in den dichtesten Teil des Waldes zurück. Im Sommer 1944, als die Gegend befreit wurde, marschierte er mit seiner Einheit in Nowogrudok ein.

Nach dem Krieg kehrte er nach Polen zurück, aber kurze Zeit später emigrierte er nach Palästina. 1954 ließ er sich mit zwei seiner Brüder in den USA nieder.

Quelle:  Gutman, I. (Hrsg.): Enzyklopädie des Holocaust - Die Verfolgung und  Ermordung der europäischen Juden, Band I, 2. Auflage, München 1998, S. 217-218

Bildquelle: Holocaust Documentation Center and Memorial Collection Public Foundation, Budapest

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