Monats Archiv: May, 2009

Karl und Walburga (Hanna) Zacherl - Gerechte unter den Völkern

Durchweg winterliche Temperaturen begleiteten unsere Ausstellung “Helden des Alltags” im offenen Vorraum der FVKS-Geschäftsstelle am Görlitzer Untermarkt. Vom 27. Januar bis zum 28. Februar 2009 erinnerte der FVKS mit seiner Dokumentation an jene, die sich in den schwierigen Zeiten der NS-Diktatur selbst in Gefahr brachten, um anderen zu helfen.

Nun stellen wir Ihnen wöchentlich weitere “Gerechte unter den Völkern” vor.

Karl und Walburga (Hanna) Zacherl*

Allee der Gerechten**

In den letzten Tagen des Krieges erkrankte die 16-jährige Elisabeth Fischer aus Ungarn an Typhus. Sie befand sich auf einem der berüchtigten Evakuierungsmärsche aus einem KZ in Richtung Süddeutschland. Eine Gruppe Häftlinge war zu krank und erschöpft, um weitergehen zu können. Sie ruhten unter Bewachung am Straßenrand aus. Dem Ehepaar Karl und Walburga Zacherl, die mit ihrem Wagen in Richtung München vorbei fuhren, fiel das kranke Mädchen auf.

Sie baten um Erlaubnis sie zum Anfang der Kolonne fahren zu dürfen. Es wurde ihnen gestattet. Sie nutzten die kurzzeitige Verwirrung durch amerikanische Flugzeuge und fuhren das Mädchen zurück in ihr Haus nach Dünzelbach. Dort pflegten sie Elisabeth hingebungsvoll, bis sie sie nach dem Einmarsch der Amerikaner in ein Krankenhaus bringen konnten. Nach ihrer Genesung nahmen sie das Mädchen nochmals kurzzeitig auf bis zu ihrer Abreise nach Ungarn.

Am 06. Mai 1980 wurde das Ehepaar Karl und Walpurga Zacherl von Yad Vashem in Jerusalem als Gerechte unter den Völkern geehrt.

  • * Text: Monika Kamphake (Quelle: Gutman, I. Lexikon der Gerechten unter den Völkern, Göttingen, 2005, 2. Auflage, S. 291-292)
  • ** Bild: Yad Vashem Jerusalem
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Gustav und Anni Schulz - Gerechte unter den Völkern

Durchweg winterliche Temperaturen begleiteten unsere Ausstellung “Helden des Alltags” im offenen Vorraum der FVKS-Geschäftsstelle am Görlitzer Untermarkt. Vom 27. Januar bis zum 28. Februar 2009 erinnerte der FVKS mit seiner Dokumentation an jene, die sich in den schwierigen Zeiten der NS-Diktatur selbst in Gefahr brachten, um anderen zu helfen.

Nun stellen wir Ihnen wöchentlich weitere “Gerechte unter den Völkern” vor.

Gustav und Anni Schulz*

Halle der Namen**

Ende der 20er Jahre hatte Anni als Gouvernante im Haushalt von Dr. Arthur Arndt gearbeitet.

Im Winter 1942 bot sie ihrem früheren jüdischen Arbeitgeber an, im Hinterhof ihres kleinen Hauses in Neu-Zittau seine Dokumente und medizinischen Geräte, sowie andere wichtige Gegenstände zu verstecken. Alles wurde den beiden nach Ende des Krieges zurück erstattet.

Zwischen Sommer 1943 und Anfang 1945 gab das Ehepaar der Ehefrau Dr. Arndts, Lina, Unterschlupf bei verschiedenen Gelegenheiten. Teilten mit ihr ihre Vorräte und anderen Familienmitgliedern, die sich in Berlin versteckten.

Am 13. Dezember 1988 wurde das Ehepaar Gustav und Anni Schulz von Yad Vashem in Jerusalem als Gerechte unter den Völkern geehrt.

  • * Text: Monika Kamphake (Quelle: Gutman, I. Lexikon der Gerechten unter den Völkern, Göttingen, 2005, 2. Auflage, S. 253)
  • ** Bild: Yad Vashem Jerusalem
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Henny Brunken - eine Gerechte unter den Völkern

Durchweg winterliche Temperaturen begleiteten unsere Ausstellung “Helden des Alltags” im offenen Vorraum der FVKS-Geschäftsstelle am Görlitzer Untermarkt. Vom 27. Januar bis zum 28. Februar 2009 erinnerte der FVKS mit seiner Dokumentation an jene, die sich in den schwierigen Zeiten der NS-Diktatur selbst in Gefahr brachten, um anderen zu helfen.

Nun stellen wir Ihnen wöchentlich weitere “Gerechte unter den Völkern” vor.

Henny Brunken*

Halle der Namen**

Die Bremer Hausfrau verbrachte die letzten Kriegsmonate mit ihrer Mutter und ihren zwei Kindern. Unweit ihrer Wohnung waren Zwangsarbeiter beschäftigt.

Zwei jüdische Zwangsarbeiterinnen erweckten ihr Mitleid. Es waren die Schwestern Ella und Eva Kozlowski aus Berlin. Da jeder direkte Kontakt schwer bestraft wurde, benutzte sie ihre 5-jährige Tochter Erika als Kurier. Sie füllte eine Flasche mit warmer Milch und Haferflocken und versteckte sie in einer Wollsocke. Diese hängte sie an Erikas Tretroller. Dann schickte sie ihre Tochter zu den jüdischen Mädchen.

Diese Fahrten wurden zwei Monate lang, im Januar und Februar 1945 zur täglichen Routine. Dieses Geschenk gab den Mädchen nicht nur Kraft, sondern stärkte auch deren Überlebenswillen. Als Henny erfuhr, dass eine der beiden Schwestern am 25. Februar 1945 ihren 18. Geburtstag hatte, machte sie ein besonderes Geschenk (selbst gemachtes Taschentuch mit ihren Initialen).

Nach dem Krieg wanderten die Schwestern nach Israel aus.

Am 20. September 1968 wurde Henny Brunken von Yad Vashem in Jerusalem als eine der Gerechten unter den Völkern geehrt.

  • * Text: Monika Kamphake (Quelle: Gutman, I. Lexikon der Gerechten unter den Völkern, Göttingen, 2005, 2. Auflage, S. 79)
  • ** Bild: Yad Vashem Jerusalem
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