Monats Archiv: April, 2009

Klara Münzer - eine Gerechte unter den Völkern

Durchweg winterliche Temperaturen begleiteten unsere Ausstellung “Helden des Alltags” im offenen Vorraum der FVKS-Geschäftsstelle am Görlitzer Untermarkt. Vom 27. Januar bis zum 28. Februar 2009 erinnerte der FVKS mit seiner Dokumentation an jene, die sich in den schwierigen Zeiten der NS-Diktatur selbst in Gefahr brachten, um anderen zu helfen.

Nun stellen wir Ihnen wöchentlich weitere “Gerechte unter den Völkern” vor.

Klara Münzer*

Halle der Namen**

Zweieinhalb Jahre versteckte Klara Grünger den jüdischen Anwalt Dr. Hans Münzer in ihrer Wohnung in Berlin, die ein Anbau an eine Bäckerei, war.

Zusätzlich half sie zwei jüdischen Frauen, Inge Deutschkron und ihrer Mutter. Sie versorgte beide mit lebensnotwendigen Dingen aus der Bäckerei und verschaffte ihnen gefälschte Papiere.

Klara Münzer begab sich außerdem in große Gefahr, als sie fast täglich Brot und Brötchen unter den Bäumen vor ihrem Laden für vorbeikommende russische Kriegsgefangene versteckte.

Nach dem Krieg ließ sie sich von ihrem ersten Mann scheiden und heiratete Dr. Hans Münzer.

Am 11. September 1986 wurde Klara Münzer von Yad Vashem in Jerusalem als eine der Gerechten unter den Völkern geehrt.

  • * Text: Monika Kamphake (Quelle: Gutman, I. Lexikon der Gerechten unter den Völkern, Göttingen, 2005, 2. Auflage, S. 208)
  • ** Bild: Yad Vashem Jerusalem
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Gerhard Wander - ein Gerechter unter den Völkern

Durchweg winterliche Temperaturen begleiteten unsere Ausstellung “Helden des Alltags” im offenen Vorraum der FVKS-Geschäftsstelle am Görlitzer Untermarkt. Vom 27. Januar bis zum 28. Februar 2009 erinnerte der FVKS mit seiner Dokumentation an jene, die sich in den schwierigen Zeiten der NS-Diktatur selbst in Gefahr brachten, um anderen zu helfen.

Nun stellen wir Ihnen wöchentlich weitere “Gerechte unter den Völkern” vor.

Gerhard Wander*

Allee der Gerechten**

Geboren am 16. Juli 1907.

Während des 2. Weltkrieges (seit 1941) war er als Wehrmachtsoffizier bei der deutschen Verwaltung in den besetzten Niederlanden stationiert und dem Arisierungsamt in Den Haag zugeteilt.

In dieser Funktion rettete er in enger Zusammenarbeit mit Hans-Georg Calmeyer, seinem Vorgesetzten, viele Juden vor der Deportation in eines der Todeslager. Des Weiteren half er ihnen, ihre jüdische Identität zu verschleiern und akzeptierte gefälschte Dokumente, wie Taufscheine und Geburtsurkunden.

Zu den Juden, die durch ihn der Liste Calmeyers hinzugefügt wurden, gehörten unter anderem Dr. Julius Neuberg, seine zweite Ehefrau Julia Henriques sen., ihre beiden Söhne, die Eltern seiner verstorbenen ersten Frau, Professor J. J. Green, drei Mitglieder der Familie Creveld, die Familie von Arnold Veermann, Dr. Benno Stokuss.

Nach einiger Zeit begannen die Nazibehörden ihn zu verdächtigen. Er wurde von seinem Posten abgelöst und nach Deutschland versetzt. Hielt aber trotzdem den Kontakt mit der niederländischen Untergrundorganisation aufrecht.

Im Sommer 1944 desertierte er aus der Wehrmacht und kehrte in die Niederlande zurück. Am 22. Januar 1945 wurde sein Versteck von der Gestapo gestürmt und er sofort erschossen.

Am 23. Januar 1975 wurde Gerhard Wander von Yad Vashem in Jerusalem als einer der Gerechten unter den Völkern geehrt.

  • * Text: Monika Kamphake (Quelle: Gutman, I. Lexikon der Gerechten unter den Völkern, Göttingen, 2005, 2. Auflage, S. 280-281)
  • ** Bild: Yad Vashem Jerusalem
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Ernst Richard Moser - ein Gerechter unter den Völkern

Durchweg winterliche Temperaturen begleiteten unsere Ausstellung “Helden des Alltags” im offenen Vorraum der FVKS-Geschäftsstelle am Görlitzer Untermarkt. Vom 27. Januar bis zum 28. Februar 2009 erinnerte der FVKS mit seiner Dokumentation an jene, die sich in den schwierigen Zeiten der NS-Diktatur selbst in Gefahr brachten, um anderen zu helfen.

Nun stellen wir Ihnen wöchentlich weitere “Gerechte unter den Völkern” vor.

Ernst Richard Moser*

Gedenkhalle in Yad Vashem Jerusalem**

Geboren am 13. Mai 1885. Er leitete in Hamburg eine Großhandelsgesellschaft.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten widersetzte er sich dem Druck der Nazis, seinen jungen jüdischen Angestellten Wilhelm Bernstein zu entlassen.

Als Bernstein nach der „Reichskristallnacht“ 1938 ins Konzentrationslager verschleppt wurde, setzte er sich für dessen Freilassung ein. Nach dieser konnte Bernstein mit Frau und Tochter in die USA emigrieren.

Danach versuchte Ernst Richard Moser seine Eltern, die in Deutschland geblieben waren, helfend zur Seite zu stehen. Er besuchte sie häufig und versorgte sie mit Geld und Lebensmitteln, konnte aber ihre Deportation nach Auschwitz und damit ihren sicheren Tod nicht verhindern.

Während des Krieges stellte er seiner Schwester und ihrem jüdischen Ehemann Philipp Rappaport sein Landgut in Mecklenburg zur Verfügung.

Am 21. Oktober 2001 wurde Ernst Richard Moser von Yad Vashem in Jerusalem als einer der Gerechten unter den Völkern geehrt.

  • * Text: Monika Kamphake (Quelle: Gutman, I. Lexikon der Gerechten unter den Völkern, Göttingen, 2005, 2. Auflage, S. 201)
  • ** Bild: Timo Roller, Wildberg
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