Monats Archiv: March, 2009

Hans Hartmann - ein Gerechter unter den Völkern

Durchweg winterliche Temperaturen begleiteten unsere Ausstellung “Helden des Alltags” im offenen Vorraum der FVKS-Geschäftsstelle am Görlitzer Untermarkt. Vom 27. Januar bis zum 28. Februar 2009 erinnerte der FVKS mit seiner Dokumentation an jene, die sich in den schwierigen Zeiten der NS-Diktatur selbst in Gefahr brachten, um anderen zu helfen.

Nun stellen wir Ihnen wöchentlich weitere “Gerechte unter den Völkern” vor.

Hans Hartmann*

Gedenkhalle in Yad Vashem Jerusalem**

War Hauptmann bei der Heereskraftfahrzeugeinheit 457, ein Reparaturdepot der Wehrmacht, bei Lwow in Ostgalizien.

Hunderte Juden waren dort als Zwangsarbeiter eingesetzt.

Im Februar 1942 wurden Vater und Sohn Goldberg vom Rest der Familie im Ghetto Lwow getrennt und ins berüchtigte KZ Janowska überstellt. Gittel Goldberg, die Mutter, riskierte in ihrer Not ihr Leben und verließ das Ghetto, was damals unter Todesstrafe stand.

Auf der Straße sprach sie viele deutsche Offiziere an mit der Bitte, ihren Ehemann und ihren 19-jährigen Sohn aus Janowska zu befreien. Die meisten Offiziere ließen sie einfach stehen.

Der Einzige, der stehen blieb und sich ihre Geschichte anhörte war Hans Hartmann. Er schrieb alles Wichtige in sein Notizbuch und versprach zu helfen. In den folgenden Tagen versuchte er alles, um die Freilassung der beiden Goldbergs zu erwirken. Zuletzt fuhr er mit einem Militärfahrzeug persönlich zum Haupttor des Lagers und nahm die beiden Gefangenen mit. Er brachte sie zurück ins Ghetto.

Für die SS war diese Angelegenheit noch lange nicht erledigt. Er musste seinen Dienst in Lwow beenden und wurde zum Afrikakorps strafversetzt.

Die Goldbergs überlebten den Krieg und emigrierten 1949 nach Israel.

Am 16. Juli 1963 wurde Hans Hartmann von Yad Vashem als einer der Gerechten unter den Völkern geehrt.

  • * Text: Monika Kamphake (Quelle: Gutman, I. Lexikon der Gerechten unter den Völkern, Göttingen, 2005, 2. Auflage, S. 139-140)
  • ** Bild: Timo Roller, Wildberg
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Gertrud Luckner - eine Gerechte unter den Völkern

Durchweg winterliche Temperaturen begleiteten unsere Ausstellung “Helden des Alltags” im offenen Vorraum der FVKS-Geschäftsstelle am Görlitzer Untermarkt. Vom 27. Januar bis zum 28. Februar 2009 erinnerte der FVKS mit seiner Dokumentation an jene, die sich in den schwierigen Zeiten der NS-Diktatur selbst in Gefahr brachten, um anderen zu helfen.

Nun stellen wir Ihnen wöchentlich weitere “Gerechte unter den Völkern” vor.

Gertrud Luckner*

Gertrud Luckner**

Geboren am 26. September 1900 in Liverpool (England). Sie studierte Volkswirtschaft mit Schwerpunkt Sozialfürsorge und promovierte 1938 in Freiburg im Breisgau.

Seit 1933 war sie beim Deutschen Caritas Verband in Freiburg tätig und seit 1939 organisierte Gertrud Luckner die „Kirchliche Kriegshilfsstelle“ innerhalb der Caritas.

Im Verlauf des II. Weltkrieges war diese Einrichtung das Hauptinstrument der Freiburger Katholiken zur Unterstützung rassitisch Verfolgter „Nichtarier“. Luckner war die treibende Kraft dieser Hilfsorganisation und benutzte die Gelder des Bistums, um Juden über die Schweizer Grenze zu schmuggeln.

Am 1943 wurde sie im Zug von der Gestapo verhaftet und ins KZ Ravensbrück eingeliefert. Dort war sie bis zur Befreiung am 03. Mai 1945 inhaftiert.

Nach dem Krieg widmete sie sich der Aufgabe, Brücken des Verständnisses zwischen Juden und Christen zu bauen.

Am 15. Februar 1966 wurde Gertrud Luckner als eine der Gerechten unter den Völkern von Yad Vashem geehrt.

  • * Text: Monika Kamphake (Quelle: Gutman, I. Lexikon der Gerechten unter den Völkern, Göttingen, 2005, 2. Auflage, S. 186-187)
  • ** Bild: Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin
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Helene Jacobs - eine Gerechte unter den Völkern

Durchweg winterliche Temperaturen begleiteten unsere Ausstellung “Helden des Alltags” im offenen Vorraum der FVKS-Geschäftsstelle am Görlitzer Untermarkt. Vom 27. Januar bis zum 28. Februar 2009 erinnerte der FVKS mit seiner Dokumentation an jene, die sich in den schwierigen Zeiten der NS-Diktatur selbst in Gefahr brachten, um anderen zu helfen.

Nun stellen wir Ihnen wöchentlich weitere “Gerechte unter den Völkern” vor.

Helene Jacobs*

Helene Jacobs**

Geboren am 25. Februar 1906 in Schneidemühl, Westpreußen, wuchs aber in Berlin auf.

Nach ihrem Schulabschluss arbeitete sie bei einem jüdischen Patentanwalt, namens Dr. Barschak. Dieser musste 1938 seinen Beruf aufgeben, konnte aber noch im Juli 1939, kurz vor Beginn des Krieges mit seiner Familie nach Übersee emigrieren.

Nach Ausbruch des Krieges kam sie, die der Bekennenden Kirche in Berlin-Dahlem angehörte, mit einer Gruppe Frauen in Kontakt, die Lebensmittel- und Kleiderpakete an die jüdischen Deportierten aus Stettin sandten.

1940 lernte sie Dr. Fritz Kaufmann, einen getauften Juden, kennen. Dieser organisierte ein loses Netzwerk, das von der Deportation betroffene Juden verbarg. Dieses geheime Netzwerk versorgte im Untergrund lebende Juden mit gefälschten Pässen und sammelte auch Lebensmittelkarten für die Untergetauchten.

Im Rahmen dieser Tätigkeit versteckte Helene in ihrer Wohnung mehrere Juden, darunter Cioma Schönhaus.

Im Sommer 1943 wurde diese Gruppe aufgrund einer Denunziation aufgedeckt. Auch Helene Jacobs wurde von der Gestapo verhaftet, vor Gericht gestellt und zu 30 Monaten Haft verurteilt.

Trotz verstärkter Verhöre verriet sie Cioma Schönhaus nicht, die noch immer in ihrer Wohnung lebte. Cioma konnte später in die Schweiz entkommen.

Nach dem Krieg studierte sie Jura und war aktiv darum bemüht, das Verständnis zwischen Juden und Christen zu fördern.

Am 29. Mai 1968 wurde Helene Jacobs von Yad Vashem als eine der Gerechten unter den Völkern geehrt.

  • * Text: Monika Kamphake (Quelle: Gutman, I. Lexikon der Gerechten unter den Völkern, Göttingen, 2005, 2. Auflage, S. 159-160)
  • ** Bild: Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin
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