Monats Archiv: February, 2009

Joseph André- ein Gerechter unter den Völkern

Hier stellen wir Ihnen während der Laufzeit unserer Ausstellung “Helden des Alltags” jeden Tag vom 27. Januar 2009 - 28. Februar 2009 eine(n) Gerechte(n) unter den Völkern näher vor:

Joseph André*

Gedenkhalle in Yad Vashem Jerusalem**

Belgischer Mönch, der an der Rettung Hunderter jüdischer Kinder in Namur beteiligt war.

In Zusammenarbeit mit einer jüdischen Untergrundorganisation koordinierte er die Arbeit von seinem Büro aus, das neben dem Militärhauptquartier in Namur lag.

Er kümmerte sich um alle Juden, die er in sichere Verstecke gebracht hatte.

Insbesondere bei der Rettung jüdischer Kinder spielte er eine wichtige Rolle. Auf seinen Reisen beschwor er Klöster, Konvente und Privatpersonen jüdische Kinder bei sich aufzunehmen.

Es dauerte nicht lange bis die Gestapo seine Aktivitäten entdeckte. Er musste sich daraufhin bis zur Befreiung im September 1944 verstecken.

Danach begann er die Kinder zu sammeln und sie ihren Eltern oder jüdischen Organisationen zu übergeben.

Abbé Joseph André wurde 1968 von Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern geehrt.

  • * Text: Monika Kamphake (Quelle: Gutman, I. Die Enzyklopädie des Holocaust – Die Ermordung der europäischen Juden, München, 1998, 2. Auflage, Bd. I, S. 40)
  • ** Bild: Timo Roller, Wildberg
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Raoul Wallenberg - ein Gerechter unter den Völkern

Hier stellen wir Ihnen während der Laufzeit unserer Ausstellung “Helden des Alltags” jeden Tag vom 27. Januar 2009 - 28. Februar 2009 eine(n) Gerechte(n) unter den Völkern näher vor:

Raoul Wallenberg*

Raoul Wallenberg**

Schwedischer Diplomat, der das Leben von Zehntausenden Juden in Budapest rettete.

1944 schickte ihn das schwedische Außenministerium nach Budapest. Dort sollte er die Hilfsorganisation für Juden unterstützen. Seine Ankunft am 09. Juli 1944 fiel mit dem Stopp der Deportationen in Ungarn zusammen.

Nach dem Staatsstreich der Pfeilkreuzler unter Ferencz Szalasi waren die Juden Budapests doppelt bedroht. In dieser Situation engagierte er sich mit mutigen Rettungsaktionen. Drei Monate lang gab er tausende Schutzpässe aus. Die Unterschrift des schwedischen Diplomaten wurde von den ungarischen Behörden akzeptiert.

Bei der Organisation der berüchtigten Todesmärsche an die Grenze zu Österreich, begleitete er den Konvoi und erwirkte die Freilassung Hunderter Inhaber schwedischer Pässe und brachte sie nach Budapest zurück. Es gelang ihm sogar jüdische Menschen aus den Todeszügen nach Auschwitz zu befreien.

In Budapest richtete er Herbergen ein, in denen er 15.000 Personen unterbringen konnte.

Nach dem Budapest durch die Sowjets befreit wurde, bemühte sich Wallenberg darum, dass die Juden eine angemessene Verpflegung erhielten.

Die Sowjets waren ihm gegenüber sehr misstrauisch und verdächtigten ihn der Spionage für die Deutschen. Sie bestellten ihn deshalb in ihr Hauptquartier nach Debrecen. Dabei vertraute er auf seine diplomatische Immunität. Am 17. Januar 1945 kehrte er noch einmal kurz nach Budapest zurück. Das war das letzte Mal, dass er lebend gesehen wurde.

Sein Name als Gerechter unter den Völkern ist legendär und zeigt auf, wenn Mut und Entschlossenheit eine Einheit bilden, kann der Mensch „Berge“ versetzen.

  • * Text: Monika Kamphake (Quelle: Gutman, I. Enzyklopädie des Holocaust – Die Ermordung der europäischen Juden, München, 1998, 2. Auflage, Bd. III, S. 1514-1515)
  • ** Bild: Yad Vashem Jerusalem
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Władysław Kowalski - ein Gerechter unter den Völkern

Hier stellen wir Ihnen während der Laufzeit unserer Ausstellung “Helden des Alltags” jeden Tag vom 27. Januar 2009 - 28. Februar 2009 eine(n) Gerechte(n) unter den Völkern näher vor:

Władysław Kowalski*

Halle der Namen**

Pole, der während der deutschen Besatzung Juden rettete.

Der pensionierte Oberst war Vertreter des holländischen Philips-Konzerns in Warschau. Das deutsche Interesse an der Firma ermöglichte, das er sich in allen Teilen, einschließlich des Warschauer Ghettos, frei bewegen konnte.

Der erste Jude, dem er half, war der 10-jährige Bruno Bort, den er im September 1940 im „arischen“ Teil Warschaus fand. Er besorgte ihm eine neue Identität und brachte ihn bei Freunden sicher unter. Des Weiteren verhalf er zwei Brüdern namens Rubin zu einer neuen Identität. Im Februar 1943 rettete er sieben Juden aus dem Ghetto und besorgte ihnen sichere Verstecke. Im November 1943 verhalf er einer 4-köpfigen Familie aus Izbica zu Verstecken auf der „arischen“ Seite Warschaus.

Er selbst nahm in seiner Wohnung 12 Juden auf. Von Ende 1940 bis August 1944 kam er auch für den Unterhalt seiner Schützlinge auf.

Nach der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes vom August 1944 verwandelte er den Keller seines Hauses in einen Bunker und versteckte sich dort zusammen mit 49 Juden. Ihre tägliche Lebensmittelration bestand aus etwas Wasser, einer kleinen Menge Zucker und Vitamintabletten. 105 Tage blieben sie in dem Bunker bis zur Befreiung Warschaus im Januar 1945.

1957 heiratete er einer der geretteten Jüdinnen und sie wanderten gemeinsam nach Israel aus.

1963 wurde er von Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern geehrt.

  • * Text: Monika Kamphake (Quelle: Gutman, I. Enzyklopädie des Holocaust – Die Ermordung der europäischen Juden, München, 1998, 2. Auflage, Bd. II. S. 802-803)
  • ** Bild: Yad Vashem Jerusalem

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