Archiv: 'Jüdischer Widerstand'

Schalom Sorin – jüdischer Partisanenkommandeur

Schwedischer Schutzpass

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Schalom Sorin wurde 1902 in Minsk, Weißrussland geboren.

Nach deutscher Besetzung Russlands im Juni 1941 lebte er im dortigen Ghetto und arbeitete in einem Kriegsgefangenenlager,wo er Semjon Gasenko , einen sowjetischen Offizier, kennenlernte. Ende 1941 flohen sie gemeinsam in die Wälder um Staroje Selo, 30km südwestlich von Minsk. Dort schlossen sie sich der Partisaneneinheit Parchomenko an, zu der auch viele Juden gehörten.

Mit wachsender Zahl der jüdischen Angehörigen häuften sich die antisemitischen Zwischenfälle innerhalb der Einheit. Daraufhin betraute ihn Gasenko mit der Bildung einer jüdischen Partisaneneinheit, die aus dem Ghetto entflohene Juden aufnehmen sollte. Von anfangs 60 Mann wuchs die Einheit schnell auf über 800 Mann an.

Nach wiederholten Angriffen der weißrussischen Polizei verlegte die Sorin-Einheit ihre Basis in den Naliboki-Wald. Kontakte mit dem Ghetto stellten 11-15-jährige Jungen her, die auch die Flüchtlinge in die Wälder brachten. Von dort aus verübten sie Sabtogeakte auf Kollaborateure der Umgebung.

Seine Einheit unterhielt auch ein Lager für jüdische Zivilisten mit zahlreichen Werkstätten.

Schalom Sorin überlebte den Krieg und wanderte 1971 nach Israel aus.

Quelle: Gutman, I. (Hrsg.): Enzyklopädie des Holocaust - Die Verfolgung und  Ermordung der europäischen Juden, Band III, 2. Auflage, München 1998, S. 1338

Bildquelle: Holocaust Documentation Center and Memorial Collection Public Foundation, Budapest

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Enzo Sereni – Emissär und Fallschirmspringer

Schwedischer Schutzpass

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Enzo Sereni wurde 1905 in Rom geboren. Er war ein zionistischer Emissär und einer der Fallschrimspringer, die vom palästinensischen Jischuw ins besetzte Europa geschickt wurden.

In seiner Jugend Aktivist der jüdischen Jugendbewegung in Italien. Studierte klassische Literatur und promovierte 1925 in Philosophie. 1927 wanderte er nach Palästina aus.

Bei Beginn des II.WK meldete er sich zur britischen Armee und wurde unter anderem in Ägypten und dem Irak eingesetzt. 1943 wurde er Verbindungsoffizier zwischen den jüdischen Fallschirmspringern und der britischen Armee.

Doch bald schloss er sich den Fallschirmspringern aktiv an. Im Mai 1944 sprang er über Norditalien ab und geriet sofort in deutsche Gefangenschaft. Im KZ Dachau interniert, wo er eine führende Rolle innerhalb der Untergrundbewegung einnahm. Im November 1944 wurde er im KZ Dachau ermordet.

Quelle: Gutman, I. (Hrsg.): Enzyklopädie des Holocaust - Die Verfolgung und  Ermordung der europäischen Juden, Band III, 2. Auflage, München 1998, S. 1305

Bildquelle: Holocaust Documentation Center and Memorial Collection Public Foundation, Budapest

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Tuvia Bielski – ein jüdischer Partisanenkommandeur

schwedischer Schutzpass für Juden

schwedischer Schutzpass für Juden

Tuvia Bielski wurde 1900 in Stankiewicze in der Nähe von Nowogrudok geboren. Mit 17 Jahren schloss er sich der zionistischen Bewegung an.

1928 wurde er zur polnischen Armee eingezogen und erreichte den Rang eines Korporals. 1930 heiratete er und ließ sich mit seiner Familie im Dorf Subotnik nieder.

Nach dem deutschen Überfall auf die UdSSR im Juni wurde er zur Roten Armee eingezogen, aber er floh in die Wälder und von dort weiter in seinen Geburtsort. Nachdem seine Eltern und Familienmitglieder im Ghetto Nowogrudok ermordet wurden, floh er zusammen mit seinen Brüdern in die umliegenden Wälder. Sie beschafften sich Waffen und bildeten den Kern einer 17-köpfigen Partisanengruppe.

Von dort aus schickte er Boten in die umliegenden Ghettos und forderte die Juden auf, sich ihnen anzuschließen. Hunderte Juden aus den Ghettos der umliegenden Region kamen in sein Lager. Er betrachtete die Betreuung dieser Juden als sein oberstes Ziel.

Außerdem verübte seine Gruppe Racheakte in der Region um Nowogrudok an der weißrussischen Polizei und Bauern, die Juden ermordeten oder sie an die Gestapo verrieten.

Deutsche Behörden setzten daraufhin eine Belohnung von 100.000 RM zu seiner Ergreifung aus. Mit der Bildung einer jüdischen Partisaneneinheit im Naliboki-Wald, erwarb er sich das Vertrauen der sowjetischen Partisanen. Sein Lager wurde auch als Nachschubzentrum für sowjetische Partisanen genutzt.

Im Sommer 1943 begann die Wehrmacht größere Aktionen in diesem Wald. Bielski zog sich daraufhin mit seinem Lager in den dichtesten Teil des Waldes zurück. Im Sommer 1944, als die Gegend befreit wurde, marschierte er mit seiner Einheit in Nowogrudok ein.

Nach dem Krieg kehrte er nach Polen zurück, aber kurze Zeit später emigrierte er nach Palästina. 1954 ließ er sich mit zwei seiner Brüder in den USA nieder.

Quelle:  Gutman, I. (Hrsg.): Enzyklopädie des Holocaust - Die Verfolgung und  Ermordung der europäischen Juden, Band I, 2. Auflage, München 1998, S. 217-218

Bildquelle: Holocaust Documentation Center and Memorial Collection Public Foundation, Budapest

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